Ang (S. "Eisen"; Bonus +0) - Die Gewinnung von Eisen aus Eisenerz erfolgt in Minen und wurde in Mittelerde zuerst von den Zwergen erfunden. Diese gaben ihr Wissen später an die Elben weiter. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Zwergestädten Belegost und Nogrod und den Sinda von Beleriand ermöglichten diesen Wissensaustausch. Die Noldor lernten die Bearbeitung von Eisen in ihren frühesten Tagen in Valinor direkt von Aule, dem Schmied. Unter den Menschen lernten die Númenorer in den frühesten Tagen ihres Inselkönigreichs die Bearbeitung des Eisenerzes zu feinem Eisen von den Elben von Valinor, die ihre menschlichen Freunde in den ersten Jahrhunderten des Zweiten Zeitalters oft besuchten. In Mittelerde lernten viele Menschenvölker die Bearbeitung des Eisenerzes zu Eisenwerkzeugen und Eisenwaffen von Sauron und seinen Dienern. Das Wissen über die Herstellung von Eisenwaffen wurde jedoch von Sauron gezielt als Machtmittel eingesetzt, und vor allem die Gewinnung von Eisenerz durch Bergbau wurde von ihm wo immer möglich streng kontrolliert. Dort, wo die Zwerge und die Menschen in friedlicher Koexistenz zusammenlebten, brachten die Zwerge den Menschen ebenfalls die Fertigung von Eisenwerkzeugen und -waffen bei.
Zur Gewinnung von Eisenerz benötigt man an allen Stellen, an denen das Eisenerz nicht so gut wie freiliegt (selten) Werkzeuge, die das Bohren von tiefen Tunneln und Schächten sowie das Zertümmern von Stein ermöglichen. Zudem braucht man sehr heiße Öfen, die das Eisenerz bei Temperaturen von über 1.500°C aus dem Stein herauslösen. Das Wissen um diese Öfen hat sich im Dritten Zeitalter von Mittelerde über weiteste Teile des Kontinents verbreitet. Jede menschliche Hochkultur ist dazu in der Lage, Eisenwerkzeuge und Eisenwaffen herzustellen. Die Eisen-Gesellschaften müssen jedoch erst über einen gewissen Grad an Spezialisierung und Logistik verfügen, um Eisenerzminen und Eisenschmelzöfen aufrecht zu erhalten.
Borang (S. "Stahl"; Bonus +5) - Das Stahl ist eine Eisenlegierung, die in Mittelerde zuerst von den Zwergen erfunden worden ist. Sie gaben das Wissen an ihre elbischen Freunde weiter lange bevor Sonne und Mond die Welt erhellten. Die Noldor lernten in Valinor bald nach der Beherrschung des Eisenschmiedens auch die Fertigung von Stahl. Die Númenorer waren von selbst in der Lage mit Hilfe ihrer Wissenschaften das Geheimnis der Stahlfertigung zu entschlüsseln. Später brachten sie dieses Wissen auch in ihre mittelirdischen Kolonien, wo sie entsprechende Infrastrukturen errichteten. Sauron kannte das Geheimnis der Stahlherstellung natürlich von Anfang an (schließlich gehörte er zu Aules Volk), doch er gab es nicht generell an seine Diener weiter. Lange Zeit hielt er nur wenige Stahlschmieden für notwendig, doch seine Schmieden waren groß genug, um große Teile seiner Führungsschicht und Elitekrieger mit Stahlerzeugnissen auszustatten.
Die Herstellung von Stahl ist noch viel aufwendiger als die Herstellung von Eisen, denn Eisen ist ein Rohstoff, aus dem Stahl gefertigt wird. Komplizierte Prozesse müssen gemeistert werden, um aus Eisen mit den entsprechenden Zutaten - wie z.B. der Steinkohle - die Legierung Stahl zu gewinnen. Zusätzlich zu den Eisenminen und Eisenschmelzöfen braucht es also der Kohlegewinnung sowie spezieller Hochtemperatur-Öfen, in denen schließlich Stahl gewonnen und in Formen gegossen werden kann.
Arborang (S. "Hochstahl"; Bonus +10) - Hochstahl ist sicherlich die Krone der Verfeinerung und Veredelung von Stahl. Die Herstellung von Arborang erfordert die völlige Beherrschung und Verfeinerung der Techniken der Eisen- und Stahlgewinnung. Nur das feinste Eisenerz eignet sich für die Gewinnung von Hochstahl. Wird weniger reines Eisenerz verwendet, so scheitert die Gewinnung von Hochstahl in der letzten Phase der Produktion, in der dem normalen Stahl noch zusätzliche Stoffe beigefügt werden, die es noch härter, glatter und widerstandsfähiger machen. Stattdessen wird der Stahl brüchig und verfällt unter zahlreichen Haarrissen.
Die Fertigung von Hochstahl gelang den Zwergenschmieden noch vor der Ankunft der Noldor in Mittelerde. Es gehörte zu den gefragtesten Erzeugnissen der Zwergenschmiede und wurde von den Sindar und anderen Elbenvölkern hoch geschätzt. Die Noldor lernten die Meisterung des Hochstahls - wie alles andere - unter den wohlwollenden Augen ihres Meisters Aule. Die Númenorer entwickelten das Hochstahl in der Blütezeit ihrer Entdeckungsreisen durch Mittelerde, und im Kampf gegen die Gefahren der Dunklen Lande war es ihnen immer von großem Nutzen. Sauron ließ das Hochstahl nur in den Schmieden von Barad-dûr herstellen und nutzte die Knappheit dieses Erzeugnisses zur Festigung seiner Macht unter den Menschenvölkern.
Die Fertigung von Hochstahl hat sich in Mittelerde außerhalb númenorischer Kolonien und Reiche nie weit verbreitet, da die meisten Menschenvölker nicht über die geeigneten Materialien verfügten oder lange genug in Frieden lebten, um die benötigten komplexen Infrastrukturen (Erzminen, Kohleminen, Eisenessen, Hochöfen, Handelswege zur Beschaffung der zusätzlichen notwendigen Zutaten, etc.) aufrecht zu erhalten.
Mithin (S. "Hellgrau", Westron "Weißmetall"; Bonus +15) - Das "Weißmetall", das seinen Namen von seiner beinahe weißen Färbung her bezieht, ist sehr selten und kostbar, weshalb es die meiste Zeit in Schmuckstücken verwendet wird.
Mithin wurde (soweit bekannt) bisher nur von den Noldor, den Zwergen, den Númenorern und Sauron hergestellt. Das Geheimnis der Fertigung von Mithin ist im Dritten Zeitalter nur noch sehr wenigen Schmieden bekannt. In Gondor gibt es nur noch einen Produktionsort für dieses Metall, in Arthedain ist das Geheimnis der Fertigung schon vergessen. Die gondorianischen Schmiede, die dieses Produkt noch herstellen können, hüten das Herstellungsgeheimnis wie ihre eigenen Augäpfel. Selbst wenn jemand das Geheimnis lüften könnte, wäre es überaus schwierig, die zur Herstellung nötigen Anlagen zu bauen. Die Númenorer entdeckten die Fertigung von Mithin auf der Höhe ihrer Macht und rüsteten damit ihre Elitekämpfer aus. Auch wurde Mithin als Schmuck getragen. Die Zwerge lernten die Herstellung von Mithin noch lange vor der Rückkehr der Noldor aus Valinor. Doch sie betrachteten die Fertigung von Mithin immer nur als sekundär und komplementär zur Fertigung von Gegenständen aus Mithril (S. "Wahrsilber"). Doch Zwergenstämme, die keinen Zugang zu Mithril hatten, nahmen die Möglichkeit der Fertigung von Mithin-Waffen und Gegenständen mit Freude auf. Die Noldor lernten die Fertigung von Mithin von Aule, als sie noch in Valinor weilten.
Die Herstellung von Mithin ist noch viel aufwendiger als die Herstellung von Arborang. Dies spiegelt sich im Allgemeinen auch im Preis wider, der doppelt so hoch ist wie der Preis von purem Gold.
Mithglîn (S. "Glänzendes Grau", Westron "Titan"; Bonus +20) - Titan wird aus dem sehr seltenen Titaneisenerz gewonnen. Da Titan einen höheren Schmelzpunkt als Eisen hat, sind normale Eisenschmieden nicht dazu geeignet, dieses Edelmetall zu verarbeiten und in nutzbare Formen zu schmieden.
Die Zwerge lernten die Herstellung von Mithglîn erst im Ersten Zeitalter von den Noldor, die aus Valinor nach Beleriand gekommen waren, um Krieg gegen Melkor-Morgoth zu führen, der den Elben die Silmarile geraubt hatte.
Die Númenorer lernten die Herstellung von Titan von den Zwergen, doch die einzige Herstellungsstätte der Menschen für dieses Metall ging mit dem Untergang von Númenor verloren.
Sauron kannte das Geheimnis von Mithglîn sehr wohl, doch aus pragmatischen Gründen scheute er den Aufwand der Herstellung die meiste Zeit über. Stattdessen versuchte er eher an das noch viel kostbarere und auch schönere Mithril durch Handelskontakte mit den Zwergen zu gelangen.
Die meisten Mithglîn-Gegenstände stammen also aus den Schmieden der Noldor und der Zwerge. Im Dritten Zeitalter wird dieses Metall nur noch von den Zwergen produziert.
Mithril (S. "Grauglanz", Westron "Wahrsilber"; Bonus +20) - Mithril ist das wertvollste und seltenste und für die meisten Völker auch schönste Metall der Welt. Mithril wird nur an einem Ort der im Dritten Zeitalter noch bekannten Welt gefunden: Der gewaltige Minenkomplex und die prachtvolle Zwergenstadt von Khazad-dûm. Mithril ist ähnlich wie Silber hell leuchtend, doch es verblaßt niemals und wird nicht stumpf. Außerdem ist es härter als jeder Stahl. Es heißt, dass Mithril auch von den Númenorern auf ihrer Insel gefunden und bearbeitet wurde, doch dieses Geheimnis ist heute verloren. Es gibt auch Andeutungen, dass dieses Metall in Aman, den Unsterblichenlanden, vorkommt, doch es lebt heute niemand mehr, der dies bezeugen könnte. Die Noldor siedelten sich wegen Mithril im frühen Zweiten Zeitalter in Hulsten, nahe bei Khazad-dûm, an. Mithril ist leicht zu verarbeiten, doch da es nur in Moria gefunden wird, wird es meist auch nur von Zwergen verarbeitet.
Ithilnaur (S. "Mondfeuer"; Bonus +20) - besteht aus Mithril, Titan und anderen Metallanteilen. Es schimmert wie reines Mithril, ist jedoch sehr hart, bleibt scharfkantig und ist trotzdem biegsam. Es ist ideal für Waffen und Rüstungen.
Laen (S. "Langer Faden", Westron "Wahrglas"; Bonus +25) - Die Herstellungsgeschichte von Laen liegt einigermaßen im Dunklen. Sicher ist nur, dass es sich um ein magisches Glas handelt, das sich aus seiner natürlichen Rohform erst durch heute vergessene Verzauberungs-Prozeduren gewinnen läßt. Nur die Elben von Eregion haben die Herstellung von Laen beherrscht. Es ist möglich, dass sie ihr Wissen von Sauron erhielten, und dass dieser heute noch über die Fähigkeit verfügt, Laen herzustellen und zu verarbeiten. Die Zwerge waren beindruckt von der Härte und Reinheit dieses Nicht-Metalls, doch die Noldor haben ihnen nie das Geheimnis ihrer Kälte-Schmieden verraten, so dass die Zwerge niemals dieses Material selbst herstellen konnten. Denn Laen wird mit zunehmender Temperatur immer stärker und stabiler, und nur bei Temperaturen tief unter dem Gefrierpunkt wird es langsam weich und kann verarbeitet werden. Die Zwerge jedoch kennen das Geheimnis der Kälte-Schmieden nicht. Demzufolge gibt es auch kein Menschenvolk, das die Herstellung von Laen beherrscht.
Da keine neuen Laen-Gegenstände mehr erstellt werden, ist jeder solcher Gegenstand praktisch unbezahlbar.
Eog (S. "Eols Eisen"; Bonus: +30) - Eog ist selten, eine Verschmelzung aus Mithril, Durang und anderen Materialien. Die Formel gehört zu denen, die die Elben den Naugrim (Zwergen) nie preisgeben, wie auch die Zwerge einige ihrer eigenen Mixturen nicht verraten. Es erfordert sowohl Heiß- als auch Kaltschmieden und damit die Zusammenarbeit zweier Abteilungen. Das Endprodukt ist extrem hart - härter als das Adarcer der Zwerge und selbst als Ithilnaur. Es besitzt darüber hinaus noch Eigenschaften als Schild gegen bestimmte Zauber. Die Farbe bildet dabei den Schlüssel, denn Eog kann schwarz, weiß, rot, blau oder grün werden.
Galvorn (S. "Schimmerndes Schwarz"; Bonus +40) - Galvorn wurde nach allem, was bekannt ist, zuerst von Eol, dem Dunkelelb erfunden, der ein Sindar und Verwandter von Thingol gewesen ist. Eol war ein Meister der Schmiedekunst und verkehrte muss sich wohl oft und viel mit den Zwergen von Nogrod ausgetauscht haben. Es ist das seltenste und kostbarste Metall, das man in Mittelerde kennt. Es ist formbar, läßt sich aber nicht schneiden oder durchbohren und ist damit der perfekte Werkstoff für Rüstungen. Wenn es mit bestimmten Elementen zusammengeschmiedet wird, ist es die härteste bekannte Substanz überhaupt. Es heißt, dass Galvorn zum Teil aus Himmelseisen gemacht wird: aus unglaublich dichtem Material, das vom Himmel fiel.
Es ist wahrscheinlich, dass heutzutage niemand mehr das Wissen und das Material besitzt, um Galvorn herzustellen.
Allgemeine Bemerkungen:
Der hinter einem Namen stehende Bonus ist als Richtwert zu verstehen. D.h. je nach individueller Fertigung kann der aktuelle Gegenstandsbonus signifikant davon abweichen. So ist beispielsweise ein Galvorn-Schwert denkbar, das einen Bonus von +45, +50 oder sogar höher gewährt. Ebenso könnte ein besonders gut gefertigtes Mithin-Schwert statt dem reinen Materialbonus von +15 einen Gegenstandsbonus von +20 oder sogar +25 bieten. Bei solchen Gegenständen handelt es sich jedoch um außerordentliche Werke der Kunstfertigkeit, die meist so schön und gut gefertigt sind, dass sie nur von den edelsten Trägern besessen werden. Ein solcher Gegenstand würde niemals zu einem "normalen" Marktpreis (der sowieso immens wäre) einfach so verkauft werden. Es handelt sich immer um Produkte allerhöchster Kunstfertigkeit, die beispielsweise an Könige vergeben werden.